Kyoto-Protokoll und Emissionshandel
Im Kyoto-Protokoll haben sich über 120 Staaten der Welt zu Klimaschutzzielen
verpflichtet. Mit dem Beitritt Russlands im Februar 2005 konnte das
Kyoto-Protokoll in Kraft treten. Damit waren nämlich mehr als 55
Staaten, die zusammen mehr als 55 % der weltweiten Produktion von Treibhausgasen
verursachen, dabei. Durch den Beitritt Russlands war der Anteil an der
Treibhausgasproduktion auf 62 % gestiegen.
Neben dem Einsatz erneuerbarer Energien, vor allem Windkraft und Biomasse,
ist der Handel mit Emissionsrechten ein Instrument des Klimaschutzes.
Das Prinzip ist wie folgt: Der Industrie wird die Produktion von Treibhausgasen
in begrenztem Ausmaß zugestanden. Diese Obergrenze wird im Lauf
der Zeit abgesenkt. Wer die Grenze überschreitet, muss Strafe bezahlen.
Diesen Strafzahlungen kann eine Firma entgehen, indem sie zusätzliche
Rechte von Firmen kauft, die ihre Rechte nicht ausschöpfen.
Dieser Emissionshandel hat am 1. Januar 2005 begonnen. In der ersten
Phase, die drei Jahre dauert, ist nur die Industrie betroffen, und hier
nur die Branchen Energie, Stahl, Keramik, Glas, Papier und Zement.
Der Emissionshandel erfolgt entweder direkt zwischen Käufer und
Verkäufer oder an Stromhandelsbörsen. Börsen mit Emissions-Zertifikatehandel
sind die deutsche Strombörse in Leipzig (www.eex.de), die skandinavische
Nordpool und die französische Powernext.
Der Preis für ein Zertifikat, das zur einer Tonne CO2 berechtigt,
hatte sich von Februar bis Mitte Juli von 7 € auf 28,5 € mehr
als vervierfacht. Inzwischen pendelt er um die 20 € (Stand Anfang
August).
Zu den Kyoto-Verweigerern gehört bis heute der größte
Klima-Sünder unter den Staaten, die USA. Sie haben mit Australien,
Japan, China, Indien und Südkorea gerade ein alternatives „Klimabündnis“
geschlossen. Dies dürfte allerdings weitgehend wirkungslos bleiben,
da weder verbindliche Vorgaben noch Sanktionsmechanismen vorgesehen
sind.
Die USA und Australien befürchten, dass wirksamer Klimaschutz
ihrer Wirtschaft schade. Dies hängt wohl auch damit zusammen, dass
Ihnen die europäischen Länder bei den erneuerbaren Energien
längst den Rang abgelaufen haben: Die führenden Hersteller
von Windkraftanlagen, die auch nach USA, Asien und Australien exportieren,
haben ihren Sitz in Dänemark, Deutschland und Spanien.
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