Windkraft für Klimaschutz und Arbeitsplätze
Vortrag Eduard Belotti sprach bei der Volkshochschule Wertingen
Wertingen l pm l
Eduard Belotti aus Augsburg sprach in einer Veranstaltung der Volkshochschule
Zusamtal im Wertinger Schloss über Windkraft als Instrument des
Klimaschutzes.
Das Stromeinspeisungsgesetz von 1989 und das inzwischen weltweit nachgeahmte
Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) von 2000 hätten eine kräftige
Zunahme des Anteils der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung
in Deutschland bewirkt. Ende 2007 waren dies 14,1 Prozent, davon war
etwa die Hälfte Windstrom. Die deutlich teurere Photovoltaik trete
zwar inzwischen optisch stark in Erscheinung, trage aber weniger als
ein Prozent zur Stromerzeugung bei.
Naturwissenschaftliche und technische Grundlagen erläutert
Der Referent erläuterte die naturwissenschaftlichen und technischen
Grundlagen der Stromerzeugung aus Windkraft und die Einflussfaktoren
auf den Stromertrag. Da bewegte Topographie sowie Vegetation und Bebauung
den Wind in Bodennähe abbremsten, sei es im Binnenland besonders
wichtig, hohe Windkraftanlagen zu bauen.
Unter diesen Voraussetzungen gebe es auch in Bayern Windstrom-Erträge
wie an der Küste, wie Belotti anhand realer Beispiele nachwies.
Der bayerische Beitrag zur Windstromerzeugung sei noch ausbaufähig.
Mit 387 Megawatt (MW) installierter Windleistung sei Bayern heute das
Schlusslicht unter den Flächenstaaten. Das viermal kleinere Rheinland-Pfalz
bringe es auf 1122 MW. Dort seien die Windverhältnisse aber nicht
grundsätzlich anders als in Bayern. Das Binnenland biete also noch
sehr viel Potential für weitere große Windkraftwerke.
Dagegen seien die Hoffnungen auf bedeutende Beiträge der Windkraft
aus der deutschen Nord- und Ostsee verfrüht gewesen. Hier habe
die anfängliche Vergütung für den Strom auf 14 Cent pro
Kilowattstunde hochgesetzt werden müssen, damit das Geschäft
in Gang komme. Neue Windkraftanlagen an Land erhalten für die Kilowattstunde
nur acht Cent.
Es sei wichtig, dabei dem Vogelschutz Rechnung zu tragen. Es gebe aber
nur wenige Vogelarten, die störungsanfällig beziehungsweise
gefährdet seien. Die einzige im Süden wichtige Vogelart mit
starker Gefährdung durch Windkraftanlagen sei der Rotmilan.
Deutschland sei der wichtigste Produzent von Windkraftanlagen. Die
82 000 Beschäftigten in der Branche und ihren Zulieferern (etwa
SGL Carbon) arbeiteten jedoch inzwischen hauptsächlich für
den Export.
Neben dem Klimaschutz seien auch die Arbeitsplätze ein wichtiges
Argument für weitere Windkraftanlagen bei uns.
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