Das Sparen nicht zu Ende gedacht
„…Was passiert eigentlich, wenn alle versuchen, gleichzeitig zu sparen?
Zunächst fallen die Zinsen, denn keiner will mehr investieren. Das
Wachstum sinkt und damit die Steuereinnahmen. Damit der Staat sein
Defizitziel nicht gefährdet, kommt eine neue Sparrunde. Und so geht es
lustig weiter, jahrein, jahraus. Genau das war die Lektion der großen
Depression, die man in Deutschland weitgehend aus dem Diskurs verbannt
hat. Sei hat uns gelehrt, was passiert, wenn alle das machen, was Merkel
und Sarkozy jetzt vorschlagen.“
Wolfgang Münchau in seiner Kolumne in der Financial Times Deutschland vom
7.12. 2011
Banale Botschaften
„…Die Erkenntnisgewinne, die Investoren im Moment aus den Äußerungen der
Agenturen ziehen können, sind bescheiden. Die Ratingurteile sind zwar
einflussreich – auch weil ihnen diese Macht einst bewusst zugeschrieben
wurde von Aufsichtsbehörden oder Notenbanken. Aber ihre Botschaften sind
banal. Insbesondere Herabstufungen, tatsächliche wie angedrohte,
schockieren an den Märten nicht wirklich, wenn dort ohnehin eher mit dem
Schlimmsten gerechnet wird. Und dass eine Herabstufung automatisch mit
höheren Zinsen für ein Schuldnerland verbunden sein muss, glaubt
spätestens seit der Herabstufung der USA niemand mehr so richtig. Dort
sind die Zinsen inzwischen sogar niedriger als noch zu „AAA“-Zeiten..
Dafür gibt es eine einfache Erklärung: Geldanlageentscheidungen sind immer
zuerst eine Frage von Alternativen – und nicht von
Buchstabenkombinationen…..
Aus dem Leitartikel „Krise einer Branche“ der Redaktion der Financial
Times Deutschland vom 7.12. 2011
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