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Die schwäbische Hausfrau hat ausgedient
Es war in Stuttgart, wo Kanzlerin Merkel die
schwäbische Hausfrau zur Wirtschafts-expertin adelte. Angesichts der
Verheerungen der Finanzkrise meinte die Kanzlerin man hätte einfach eine
schwäbische Hausfrau fragen sollen, denn die hätte gewusst, dass man nicht
über seine Verhältnisse leben kann.
Inzwischen ist die Expertise aus dem Volk bei der
Bundesregierung nicht mehr gefragt, auch wenn es um Dinge geht, die es
unmittelbar betreffen. Entgegen dem Willen der Bevölkerungsmehrheit werden
die Laufzeiten der Atomkraftwerke verlängert – und zwar auch die der
alten, maroden.
Zurück nach Stuttgart: Die schwäbische Hausfrau steht
heute mit Schülern, Studenten, Rentnern, Pfarrern, Anwälten,
Gewerbetreibenden, Architekten und Künstlern vor dem Stuttgarter
Hauptbahnhof, wo sie dagegen protestiert, dass der im Interesse eines
vermeintlich lukrativen
Städtebauprojekts um die Hälfte seiner Gleise gebracht und seiner
Funktionsfähigkeit beraubt werden soll.
Doch ihre Äußerung ist nicht erwünscht. Wie alle
anderen Verteidiger des Bahnhofs wird sie mit dem Wasserwerfer zum
Schweigen gebracht.
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